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Quartal 4 2009

 

Band 59 (2009) - Heft 4

 

Was wir meinen

Die neue europäische Herausforderung
Prof. Dr. Dr. h. c. Reiner Schulze, Münster

 

Abhandlungen

„Bilan Sociétal“ – ein neuer Ansatz zur Messung des Erfolgs von Genossenschaften
in Frankreich
Prof. Dr. Hans-H. Münkner, Marburg

Zusammenfassung

 

Die Pflichtmitgliedschaft in den Prüfungsverbänden auf dem Prüfstand
Dr. Fabian Wolfgang Heß, Kronach

Zusammenfassung


Bedürfnisstrukturen für Beratungs- und Prüfungsdienstleistungen deutscher Genossenschaften – Auswertung einer Umfrage unter Genossenschaften
Prof. Dr. Hansrudi Lenz, Würzburg

Zusammenfassung

 

Langfristige Entwicklungen der Geschäftsstruktur bei kirchlichen Kreditgenossenschaften – Stabilität durch Zielgruppenorientierung und Glaubwürdigkeit
Dr. Christoph Auerbach/Dr. Kai Disselbeck/Prof. Dr. Dirk Schiereck, Stuttgart/Darmstadt

Zusammenfassung

 

Übersicht über die Rechtsprechung zum GenG des Jahres 2008
RAin Dr. Heike Förstner-Reichstein, Nürnberg

Zusammenfassung


Buchbesprechung

Henke, Klaus-Dirk/Friesdorf, Wolfgang/Bungenstock, Jan M./Podtschaske, Beatrice: Mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen durch genossenschaftliche Kooperationen
(Dr. Elke Schlagintweit, Nürnberg)

 

 

Beiträge in wenigen Sätzen

„Bilan Sociétal“ – ein neuer Ansatz zur Messung des Erfolgs von Genossenschaften
in Frankreich
Prof. Dr. Hans-H. Münkner, Marburg

Mit dem Bilan Sociétal legen die jungen Führungskräfte der Unternehmen der Economie Sociale einen neuen ganzheitlichen Ansatz zur Bewertung der gesellschaftlichen Relevanz von Unternehmen vor, der speziell auf Genossenschaften ausgerichtet werden kann. Diese Methode der Selbstevaluierung geht über die bekannten Instrumente von Förderplan, Förderbericht und Sozialbilanz hinaus und verbindet partizipative Methoden der Planung, Entscheidungsfindung und Erfolgskontrolle damit, wertegebundenes Wirtschaften von Unternehmen transparent und öffentlich zu machen.

The “Bilan Sociétal” is a novel approach of assessing and reporting the societal relevance of a firm as a part of the “Economie Sociale” in France. This concept of self-evaluation is particularly applicable to cooperatives and is much more comprehensive if compared to traditional instruments like membership promotion plans or reports. It combines participatory methods of planning, decision making, and measurement of results with greater transparency of value-oriented economic management.

Avec le « Bilan sociétal » les jeunes dirigeants et acteurs de l’économie sociale proposent une nouvelle approche de l’évaluation de la performance sociale de l’entreprise qui s’applique particulièrement bien aux coopératives. Cette méthode d'auto-évaluation excède le simple passage en revue des outils courants de gestion, plan de formation, bilan et rapport d’activités. Elle combine en effet des méthodes participatives de planification, de décision et d’examen des résultats pour un diagnostic partagé et une gestion transparente.

 

Die Pflichtmitgliedschaft in den Prüfungsverbänden auf dem Prüfstand
Dr. Fabian Wolfgang Heß, Kronach

Die obligatorische Mitgliedschaft der Genossenschaften in den Prüfungsverbänden sieht sich durch die jüngsten Entwicklungen im deutschen und besonders im europäischen Genossenschaftsrecht einem erheblichen Rechtfertigungsdruck ausgesetzt. Eine kritische Prüfung der für die Zwangsmitgliedschaft angeführten Gründe ist daher notwendig.

Compulsory membership of a German cooperative in a cooperative auditing federation has come under increased pressure to justify because of recent developments of the German and European cooperative legal framework. A critical evaluation of the pros and cons of the compulsory membership is indicated therefore.

L'adhésion obligatoire des coopératives dans les associations d'audit se voit confronter à une pression de légitimation énorme en raison des récents développements de la législation allemande et européenne sur les coopératives. L’article propose un examen critique de cette question.

 

Bedürfnisstrukturen für Beratungs- und Prüfungsdienstleistungen deutscher Genossenschaften – Auswertung einer Umfrage unter Genossenschaften
Prof. Dr. Hansrudi Lenz, Würzburg

Faktoren wie „Gemeinschaftsprinzip, Solidarität, Mitgliedsförderung“ sowie „Synergien durch gemeinsames Handeln“ sind für eGen von wesentlicher Bedeutung. Die effektive Nutzung genossenschaftlicher Vorteile wirkt positiv auf die Ergebnisentwicklung der eG. Die Befragten nehmen aber kaum betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen – bis auf die steuerliche und rechtliche Beratung – von ihrem Prüfungsverband in Anspruch. Wurde die Kompetenz des Verbandes im Bereich der Abschlussprüfung überwiegend zufrieden stellend beurteilt, so war die Zufriedenheit in Bezug auf die Fachkompetenz bei der Inanspruchnahme von Beratungsleistungen viel geringer.

We conduct a survey study in order to evaluate the importance of cooperative values like solidarity, member promotion and synergy effects. Making use of those specific advantages indeed has a positive impact on the operating results of cooperatives. With respect to the cooperative auditing federations, we find that cooperatives seldom demand business consulting services. Primarily, they seek legal advice or demand tax consulting services. The professional competence of the auditing federations is considered satisfactory in the field of the annual audit. Cooperatives are less satisfied with business consulting services.

Une enquête menée auprès de coopératives allemandes montre que des notions de « solidarité », de « promotion des membres » et « d’effets de synergie » sont d’une importance centrale pour les coopératives. L’utilisation efficace des avantages coopératifs a une influence positive sur les résultats d’exploitation. Il apparait que les fédérations de coopératives d’audit sont davantage consultées sur des questions fiscales ou légales que sur des problèmes de stratégie économique. Leur compétence professionnelle est principalement reconnue dans le domaine de la vérification annuelle. Les coopératives sont moins satisfaisantes des consultations portant sur l’analyse des stratégies économiques.

 

Langfristige Entwicklungen der Geschäftsstruktur bei kirchlichen Kreditgenossenschaften – Stabilität durch Zielgruppenorientierung und Glaubwürdigkeit
Dr. Christoph Auerbach/Dr. Kai Disselbeck/Prof. Dr. Dirk Schiereck, Stuttgart/Darmstadt

Kirchliche Kreditgenossenschaften mit ihren Besonderheiten in der Kunden- und Eigentümerstruktur weichen auch hinsichtlich ihrer Geschäftsstruktur sowie ihrer Geschäftsgebiete vom Durchschnitt der genossenschaftlichen Primärbanken ab. Die vorliegende Untersuchung zeigt, inwieweit diese Besonderheiten eine Übertragung der praktizierten Zielgruppenorientierung auf andere Berufs- und Interessengruppen sinnvoll und aussichtsreich erscheinen lassen.

Ecclesiastical credit cooperatives differ from common cooperative banks with regard to ownership and customer structures. There are also significant differences regarding their regional presence. This paper discusses whether these characteristics allow for an expansion of the traditional target group orientation in oder to service other customer segments.

Les coopératives ecclésiastiques de crédit diffèrent des banques coopératives traditionnelles en matière de structure de propriété et de clientèle. Il existe également des différences significatives quant à leur présence régionale. La présente étude montre à quel point ces particularités permettent un élargissement de l'orientation traditionnelle du groupe cible à d’autres groupes d’intérêt professionnel.

 

Übersicht über die Rechtsprechung zum GenG des Jahres 2008
RAin Dr. Heike Förstner-Reichstein, Nürnberg

Die Rechtsprechungsübersicht des Jahres 2008 berücksichtigt wie gewohnt in erster Linie Urteile der Zivilgerichte zum Genossenschaftsgesetz (GenG). Entscheidungen des Bundesfinanzhofs (BFH) zu Besonderheiten bei Genossenschaften sind seit der Abschaffung der Eigenheimzulage selten geworden. Die Fragestellungen im Jahre 2008 betreffen ähnliche juristische Probleme wie in den letzten Jahren. Es geht um Fragen der Haftung des Vorstands, Vertretungsfragen der Genossenschaft durch den Aufsichtsrat sowie um die Rechte der Mitglieder. Auffällig ist, dass im Jahr 2008 Streitigkeiten, die die Mitgliedschaft in der Genossenschaft betreffen, die Gerichte mit Abstand am meisten beschäftigen.

 
 
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