Quartal 3 2006
Band 56 (2006) - Heft 3
Was wir meinen
Faszination Genossenschaft
Prof. Dr. Robert Purtschert, Fribourg
Abhandlungen
Neue Impulse für die Beteiligungsfinanzierung der Genossenschaft durch die Investorenmitgliedschaft?
Dr. Markus R. Algner, Nürnberg
Zusammenfassung
Die Erstattung von Bußgeldern, Geldstrafen und Verfahrenskosten im Zusammenhang mit strafrechtlichen Verfahren gegen Organmitglieder
Dr. Christian Dietrich, München
Zusammenfassung
”Erfolg” aus genossenschaftsspezifischer Sicht
Prof. Dr. Günther Ringle, Hamburg
Zusammenfassung
Rechtsformen für altengerechtes Wohnen
Dr. Christian Rosskopf, Speyer
Zusammenfassung
Zur Markenlücke genossenschaftlicher Industrieunternehmen in der Ernährungswirtschaft – Eine empirische Untersuchung
Prof. Dr. Achim Spiller/Dr. Matthias Schramm/Dr. Torsten Staack, Göttingen
Zusammenfassung
Buchbesprechungen
Algner: Die Beteiligungsfinanzierung eingetragener Genossenschaften – Gestaltungsmöglichkeiten und Wege zu deren Stärkung
(Dr. Thomas Strieder, München)
Blome-Drees: Genossenschaftslehre und Genossenschaftspraxis: Plädoyer für eine systemtheoretische Betrachtung
(Prof. Dr. Johann Brazda/Günther Ettenauer, Wien)
Fürstenberg: Kooperative Arbeitsorganisation – Innovationspotenziale und Zukunftsperspektiven
(Prof. Dr. Hans-H. Münkner, Marburg)
Kerber/Schreiter: Ulrich Fehl – Marktprozesse, Kapitaltheorie und Genossenschaften: Beiträge und Aufsätze
(Prof. Dr. Peter Oberender, Bayreuth)
Krause/Veelken/Vieweg: Recht der Wirtschaft und der Arbeit in Europa – Gedächtnisschrift für Wolfgang Blomeyer
(Prof. Dr. Volker H. Peemöller, Nürnberg)
Scheike: Rechtliche Voraussetzungen für die materielle Privatisierung kommunaler Sparkassen
(Prof. Dr. Bernhard Großfeld, Münster)
Beiträge in wenigen Sätzen
Neue Impulse für die Beteiligungsfinanzierung der Genossenschaft durch die Investorenmitgliedschaft?
Dr. Markus R. Algner, Nürnberg
Nach Jahren kontroverser Diskussion hat der Gesetzgeber durch die bevorstehende Reform des Genossenschaftsgesetzes Fakten geschaffen: Die Investorenmitgliedschaft findet in das deutsche Genossenschaftswesen über das Statut der Europäischen Genossenschaft Einzug und steht künftig durch das GenG allen Genossenschaften offen. Doch sind hieraus wirklich Impulse für die Beteiligungsfinanzierung der Genossenschaft zu erwarten und lässt sich durch investierende Mitglieder die seit Jahrzehnten konstatierte rechtsformspezifische Eigenkapitalproblematik überwinden? Diesen Fragen widmet sich der vorliegende Beitrag.
Die Erstattung von Bußgeldern, Geldstrafen und Verfahrenskosten im Zusammenhang mit strafrechtlichen Verfahren gegen Organmitglieder
Dr. Christian Dietrich, München
Auf der einen Seite ist eine Zunahme von zivilrechtlichen Verfahren festzustellen, in denen die Genossenschaft ihre (ehemaligen) Vorstände in die Haftung nimmt, auf der anderen Seite werden jedoch vermehrt – der Fall Ackermann mag nur einer der prominentesten sein – auch strafrechtliche Verfahren gegen Organmitglieder eingeleitet, in denen sie sich jedenfalls in diversen Fällen der Unterstützung ihrer Gesellschaft erfreuen. Hier stellt sich die Frage, inwieweit die Gesellschaft – hier speziell die Genossenschaft – den in ein strafrechtliches Verfahren verwickelten Organmitgliedern die Verfahrenskosten und etwaige Geldstrafen und Bußgelder erstatten darf.
”Erfolg” aus genossenschaftsspezifischer Sicht
Prof. Dr. Günther Ringle, Hamburg
Jede Art wirtschaftlicher Betätigung ist auf Erfolg gerichtet. Die Suche nach einer typgerechten Erfolgsdefinition und entsprechenden Strategie für Genossenschaften hat noch kein befriedigendes Ergebnis gebracht. Mit den folgenden Überlegungen wird empfohlen, durch simultane Markt-, Identitäts- und Mitgliederorientierung langfristig Erfolgspotenziale aufzubauen und zu sichern, um im Sinne der Verwirklichung autorisierter Ziele „erfolgreich“ sein zu können. Die zieladäquate Gestaltung der in interdependenter Beziehung zueinander stehenden, gemeinsam den Gesamterfolg bestimmenden Werttreiber auf den drei Strategie-Ebenen kann zu einem unverwechselbaren Auftritt als Genossenschaft verhelfen.
Rechtsformen für altengerechtes Wohnen
Dr. Christian Rosskopf, Speyer
Immer mehr Menschen machen sich Gedanken darüber, in welcher Wohnung sie den Herausforderungen des Alters am besten begegnen können. Seniorenwohnheime und heimverbundene Wohnanlagen bieten mannigfaltige Chancen. Diskutiert werden auch unkonventionelle Alternativen bis hin zu Seniorenwohngemeinschaften. Diese Situation legt einen Vergleich von Vor- und Nachteilen der Rechtsformen Eigentum, Miete und Genossenschaft für Bau und Nutzung in einem Seniorenwohnobjekt nahe. Dabei zeigt sich, dass die Bau- und Wohnungsgenossenschaft nicht unerhebliche Vorteile zu bieten hat.
Zur Markenlücke genossenschaftlicher Industrieunternehmen in der Ernährungswirtschaft – Eine empirische Untersuchung
Prof. Dr. Achim Spiller/Dr. Matthias Schramm/Dr. Torsten Staack, Göttingen
Genossenschaftliche Unternehmen zählen zu den wichtigsten Anbietern in der Ernährungsindustrie, dennoch verfügen sie kaum über gut positionierte Marken. Die vorliegende Arbeit analysiert diese Diskrepanz und fragt nach den Barrieren einer erfolgreichen Markenorientierung. Neben institutionenökonomischen und verhaltenswissenschaftlichen Fachansätzen wird eine eigene empirische Untersuchung zum Stand der Markenorientierung der Genossenschaften präsentiert. Die Studie arbeitet insgesamt die Stärken und Schwächen genossenschaftlicher Markenartikler erstmals umfassend auf und leitet managementorientierte Lösungsansätze und Anforderungen an die Rechtsformenentwicklung ab.