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Quartal 4 2005


Band 55 (2005) - Heft 4

 

Was wir meinen

Das Fremdbild von Genossenschaften ist korrekturbedürftig!
Prof. Dr. Günther Ringle, Hamburg

 

Abhandlungen

Mitgliederförderung aus dem Blickwinkel des Steuerberaters: Verdeckte Gewinnausschüttungen, Rückvergütungen, Bonusmodelle und Preisvorteile
StB Dipl.-oec. Konrad Bobinger, München

Zusammenfassung

 

Plädoyer für einen normativen Forschungsansatz zur Erhöhung der Neugründungsquote von Genossenschaften
Dipl.-Kfm. Harald J. Bolsinger, Nürnberg

Zusammenfassung

 

Die Entwicklung zum Allfinanzverbund am Beispiel des österreichischen Volksbanken-Sektors
Dr. Andrea Karner, Wien

Zusammenfassung

 

Zinsspanne und Marktmacht im genossenschaftlichen Bankensektor: Theoretische Überlegungen und empirische Befunde
PD Dr. Richard Reichel, Nürnberg

Zusammenfassung

 

Konsequenzen der bankaufsichtlichen Neuregelungen bei operationellen Risiken für Genossenschaftsbanken
Dr. Stephan Schöning/Gero-Sebastian Mai, Lüneburg

Zusammenfassung

 

Übersicht über die Rechtsprechung zum GenG des Jahres 2004
RAin Heike Förstner-Reichstein, Nürnberg

 Zusammenfassung

 

Buchbesprechungen

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (Hrsg.): Wohnungsgenossenschaften Potenziale und Perspektiven, Bericht der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften
(Prof. Dr. Markus Mändle)

Göler von Ravensburg, Nicole/Pinkwart, Andreas/Schmidt, Renate: Kriterien für die Gründung mittelständischer Kooperationen in genossenschaftlicher Rechtsform
(Dr. Heino Weller)

König, Barabara: Stadtgemeinschaften. Das Potenzial der Wohnungsgenossenschaften für die soziale Stadtentwicklung
(Dr. Ingrid Schmale)

Münkner, Hans-H./Kowalak, Tadeusz: Annotiertes Genossenschaftsglossar (deutsch-englisch-polnisch)
(Anzeige)

 

 

Beiträge in wenigen Sätzen

 

Mitgliederförderung aus dem Blickwinkel des Steuerberaters: Verdeckte Gewinnausschüttungen, Rückvergütungen, Bonusmodelle und Preisvorteile
StB Dipl.-oec. Konrad Bobinger, München

Die Mitgliedschaft stellte ein bisher wenig genutztes Kundenbindungsinstrument dar. Viele Mitglieder empfinden die Mitgliedschaft als reine Spareinlage. Es verstärken sich Tendenzen, die Mitgliedschaft als „Alleinstellungsmerkmal“, als Kundenbindungsinstrument intensiver zu nutzen. Der Autor beschränkt sich auf rein monetäre Beteiligungswirkungen und erläutert aufgrund positiver Erfahrungen in Einzelfällen die Wirkungen von Beteiligungsfonds und Mitgliederbonusmodellen. Gerade die Änderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen erleichtern eine Rückbesinnung auf „alte“ genossenschaftliche Fördermodelle, insbesondere der genossenschaftlichen Rückvergütung. Es gilt, diese bei Kreditgenossenschaften in einer zeitgemäßen und wirkungsvollen Form neu zu beleben. Das Mitgliederbonussystem ist bei richtiger Ausgestaltung und Handhabung nicht nur eine Form effektiver Mitgliederförderung, sondern auch ein steuerlich interessantes Gestaltungsinstrument.

 

Plädoyer für einen normativen Forschungsansatz zur Erhöhung der Neugründungsquote von Genossenschaften
Dipl.-Kfm. Harald J. Bolsinger, Nürnberg

In Deutschland ist bezüglich der genossenschaftlichen Rechtsform seit Jahrzehnten ein Rückgang der Bestandszahlen zu beobachten. Hinzu kommt eine geringe Neugründungsquote von Unternehmen in genossenschaftlicher Rechtsform. Die Genossenschaft birgt im bestehenden Umfeld dennoch großes Potenzial, lose Netzwerkstrukturen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich zu institutionalisieren. Dieses Potenzial gilt es zu erkennen und genossenschaftliche Neugründungen daraus abzuleiten. Dazu werden Wissenschaft und Praxis aufgefordert, neue Wege zu gehen.

 

Die Entwicklung zum Allfinanzverbund am Beispiel des österreichischen Volksbanken-Sektors
Dr. Andrea Karner, Wien

Vor dem Hintergrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen zur Verwirklichung Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes stehen genossenschaftliche Banken-Gruppen unter erheblichem Anpassungsdruck. Im vorliegenden Beitrag wird vor allem allem untersucht, welche Optionen sich zur Gestaltung effizienter Strukturen genossenschaftlicher Banken-Gruppen unter dem Einfluss strategischer Wettbewerbsvorteile anbieten. Die Definition des Zielmarktes gewinnt sowohl bei der Wahl der Strategie als auch bei der Wahl der Organsiationsform herausragende Bedeutung.

 

Zinsspanne und Marktmacht im genossenschaftlichen Bankensektor: Theoretische Überlegungen und empirische Befunde
PD Dr. Richard Reichel, Nürnberg

In diesem Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie die Marktmacht von Banken und Bankengruppen, hier insbesondere der Gruppe der Genossenschaftsbanken, sinnvoll gemessen werden kann. Es zeigt sich, dass die vielfach verwendete Zinsspanne ein unzureichender und irreführender Indikator der Marktmacht ist. Aussagefähiger ist hingegen die Reaktion der Zinsspanne auf Änderungen des Zinsniveaus. Je stärker sich solche Änderungen in einer Änderung der Zinsspanne niederschlagen, desto höher ist die Marktmacht einer Bank oder Bankengruppe. Die empirische Analyse zeigt, dass in den 1990er Jahren die Marktmacht der genossenschaftlichen Kreditinstitute trotz zahlreicher Fusionen gesunken ist, während die der Großbanken gestiegen ist. Der Sparkassensektor konnte seine Marktmachtposition in etwa halten.

 

Konsequenzen der bankaufsichtlichen Neuregelungen bei operationellen Risiken für Genossenschaftsbanken
Dr. Stephan Schöning/Gero-Sebastian Mai, Lüneburg

Mit der Neuregelung der Eigenkapitalunterlegung für bankbetriebliche Risiken durch den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht werden erstmals operationelle Risiken explizit in bankaufsichtlichen Normen berücksichtigt. Die umfangreichen qualitativen und quantitativen Anforderungen stellen den genossenschaftlichen Bankensektor vor große Herausforderungen, da bislang dieser Risikobereich vernachlässigt wurde und die geringen Betriebsgrößen eine Implementierung von Instrumenten des Risikomanagements auf der Ebene der Primärstufe erschweren. Gleichzeitig beinhalten die Neuregelungen jedoch die Chance, durch Einführung geeigneter Maßnahmen zur Identifikation und Steuerung operationeller Risiken die Krisenresistenz von Genossenschaftsbanken zu erhöhen. Im Folgenden werden, aufbauend auf einem Überblick über die bankaufsichtlichen Neuregelungen in Bezug auf operationelle Risiken, die besondere Problematik für Genossenschaftsbanken analysiert und der Handlungsbedarf für Einzelinstitute und den Verbund aufgezeigt.

 

Übersicht über die Rechtsprechung zum GenG des Jahres 2004
RAin Heike Förstner-Reichstein, Nürnberg

Im Jahre 2004 ergingen kaum Urteile und Beschlüsse, die ausschließlich das Genossenschaftsgesetz (GenG) betrafen. Bei den wenigen Entscheidungen waren hauptsächlich Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) die Klägerinnen. Die Urteile und Beschlüsse wurden hinsichtlich der zum GenG ergangenen Rechtsprechung analysiert und enthalten einige interessante Auslegungen des GenG. Auffallend ist, dass der Trend des Bundesgerichtshofs (BGH), die Rechtsprechung zum Aktiengesetz auf das GenG ohne nähere Begründung zu übertragen, weiter anhält.

 
 
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