Quartal 2 2005
Band 55 (2005) - Heft 2
Schwerpunktheft “Mitgliedschaft und Mitgliederförderung”
Was wir meinen
Pragmatische Eid-Genossenschafter
Prof. Dr. Robert Purtschert, Fribourg
Interview
Prof. Dr. Volker H. Peemöller, Nürnberg, im Gespräch mit Dr. Christopher Pleister, Berlin,
zum Thema Mitgliedschaft und Mitgliederförderung in Genossenschaftsbanken
Abhandlungen
Kundenorientierte Mitgliederförderung durch Wettbewerb im Genossenschaftssektor
Prof. Dr. Wolfgang Harbrecht, Nürnberg
Zusammenfassung
Mitgliederförderung - ein unausgeschöpftes Marketinginstrument im Genossenschaftsmanagement
Prof. Dr. Robert Purtschert/Lic.rer.pol. Claudio Beccarelli, Fribourg
Zusammenfassung
Selektive Mitgliederaufnahme in Genossenschaften aus heutiger Sicht
Prof. Dr. Günther Ringle, Hamburg
Zusammenfassung
Genossenschaftliche Mitgliedschaft und Member Value als Konzepte für die Zukunft
Prof. Dr. Theresia Theurl, Münster
Zusammenfassung
Aufnahme von Investorenmitgliedern in die SCE? - Gedanken zur Ausübung des Wahlrechts in Art. 14 Abs. 2 SCE-VO durch den deutschen Gesetzgeber
Dr. Daniela Cario, Berlin
Zusammenfassung
Mitgliedschaftsentwicklung und Strategie der Mitgliederförderung bei Wohnungsgenossenschaften
Dipl.-Psych. Thomas Schaefers, Berlin
Zusammenfassung
Mitgliedschaft und Mitgliederförderung am Beispiel der DATEV eG
Prof. Dieter Kempf, Nürnberg
Zusammenfassung
ZfgG - Aktuell
2. Berliner Genossenschaftssymposium:
“Zukunft gestalten - Kooperation und Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen”
Dipl.-Hdl. Elke Pflüger, Nürnberg
Buchbesprechungen
Beuthien: Genossenschaftsgesetz mit Umwandlungs- und Kartellrecht sowie Statut der Europäischen Genossenschaft
(RAin Heike Förstner-Reichstein)
Kühne/Nordalm/Steveling: Grundlagen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
(Dipl.-Kfm. Markus R. Algner)
Beiträge in wenigen Sätzen
Kundenorientierte Mitgliederförderung durch Wettbewerb im Genossenschaftssektor
Prof. Dr. Wolfgang Harbrecht, Nürnberg
Neben den Volks- und Raiffeisenbanken existieren in Deutschland mit den Sparda-Banken und den PSD-Banken zwei weitere landesweit aktive kreditgenossenschaftliche Bankengruppen. Im vorliegenden Beitrag wird untersucht, inwieweit diese Institutsgruppen Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Umsetzung des Förderungsauftrags aufweisen. Da vor allem im Privatkundenbereich diese Genossenschaftsbanken im intrasektoralen Wettbewerb stehen, urteilt der Markt über die Attraktivität der verschiedenen Förderungskonzepte. Die Ausführungen schließen mit einer empirischen Überprüfung des Markterfolgs durch Maßnahmen der Mitgliederförderung.
Mitgliederförderung - ein unausgeschöpftes Marketinginstrument im Genossenschaftsmanagement
Prof. Dr. Robert Purtschert/Lic.rer.pol. Claudio Beccarelli, Fribourg
Der Förderauftrag als genossenschaftlicher Grundauftrag beschäftigt die Genossenschaftswissenschaft seit Jahrzehnten. Als Globalauftrag erscheint die Mitgliederförderung oft schwer definierbar und operationalisierbar. Deshalb sprechen einige Autoren von einer Leerformel oder Praktiker finden den Begriff schlicht unbrauchbar. Dabei wird jedoch übersehen, dass der Förderauftrag als einzigartiges, unverwechselbares Marketinginstrument im Rahmen des Relationship-Marketings ein strategisches Erfolgspotenzial für Genossenschaften darstellt. Wie die Beispiele ausgewählter Großgenossenschaften in der Schweiz zeigen, bestehen hier vielerorts noch unausgeschöpfte Potenziale.
Selektive Mitgliederaufnahme in Genossenschaften aus heutiger Sicht
Prof. Dr. Günther Ringle, Hamburg
Im Gegensatz zur kapitalorientierten Publikums-Aktiengesellschaft kann die auf das Personalitätsprinzip hin konstruierte Genossenschaft einzelnen Mitgliedschaftsinteressenten den Beitritt verwehren. Unter bestimmten Bedingungen sollten Genossenschaften auf eine selektive Aufnahme externer Wirtschaften in den Mitgliederkreis nicht verzichten. Die auf Erhaltung bzw. Anhebung des kooperationsbetrieblichen Leistungs- und Förderpotenzials gerichtete Auslese erfüllt eine Schutzfunktion zugunsten der vorhandenen Mitglieder. Soweit Genossenschaften den Zugang von Neumitgliedern steuern, folgen sie der Leitlinie „Klasse statt Masse“.
Genossenschaftliche Mitgliedschaft und Member Value als Konzepte für die Zukunft
Prof. Dr. Theresia Theurl, Münster
Mitglieder im Kern der genossenschaftlichen Kooperation und die Schaffung von Werten für ihre wirtschaftliche Tätigkeit als Auftrag an das gemeinsame Unternehmen legen es nahe, nach der künftigen Bedeutung der genossenschaftlichen Mitgliedschaft und einer Member Value-Orientierung zu fragen. Es wird begründet, dass im Member Value die negativen Elemente des Shareholder Values vermieden werden können und die genossenschaftliche Mitgliedschaft die Nachteile isolierter Kundenbindungsprogramme überwinden kann.
Aufnahme von Investorenmitgliedern in die SCE? - Gedanken zur Ausübung des Wahlrechts in Art. 14 Abs. 2 SCE-VO durch den deutschen Gesetzgeber
Dr. Daniela Cario, Berlin
Die Verordnung über das Statut der Europäischen Genossenschaft soll – trotz des zur Zeit des Redaktionsschlusses dieser Ausgabe noch schwebenden EuGH-Verfahrens – wie vorgesehen im August 2006 in Kraft treten. Das Bundesministerium der Justiz wird in Kürze einen Referentenentwurf für ein Durchführungsgesetz zur SCE-Verordnung veröffentlichen, in dem viele Einzelfragen, die die Verordnung im Hinblick auf das deutsche Genossenschaftsrecht aufwirft, geregelt werden. Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, ob der deutsche Gesetzgeber die Möglichkeit der Zulassung von Investorenmitgliedern nutzen sollte, und wägt Faktoren ab, die dafür oder dagegen sprechen.
Mitgliedschaftsentwicklung und Strategie der Mitgliederförderung bei Wohnungsgenossenschaften
Dipl.-Psych. Thomas Schaefers, Berlin
Genossenschaften sind eine besondere Rechtsform, da sie sowohl mitgliederbezogen sind als auch eine gesetzliche Zweckfestsetzung haben: den mitgliederbezogenen Förderauftrag. Die Wohnungsgenossenschaften hatten seit 1950 eine sehr positive Mitgliederentwicklung zu verzeichnen, die erst in den letzten Jahren – besonders in den neuen Ländern – ins Stocken geraten und dann rückläufig geworden ist. Einerseits steigt die Zahl älterer Mitglieder bei Wohnungsgenossenschaften, andererseits müssen sie sich um jüngere Mitgliederkreise bemühen. Hierzu sind aktuell und zukünftig Entscheidungen nötig, die die Wohnungsgenossenschaften im GdW in einem Strategiekonzept festgelegt haben.
Mitgliedschaft und Mitgliederförderung am Beispiel der DATEV eG
Prof. Dieter Kempf, Nürnberg
Genossenschaften sind per Definition und Gesetz zur Förderung ihrer Mitglieder verpflichtet. Große Genossenschaften stehen vor der Herausforderung, den genossenschaftlichen Förderauftrag vor dem Hintergrund heterogener Mitgliederstrukturen zu interpretieren und umzusetzen. Im folgenden Beitrag wird am Beispiel der DATEV eG gezeigt, wie das Konzept der Member-Value-Orientierung ein Ansatz zur Konkretisierung der Mitgliederförderung sein kann.