Quartal 4 2003
Band 53 (2003) - Heft 4
Was wir meinen
Selbsthilfe durch Sozialgenossenschaften
Prof. Dr. Ulrich Fehl, Marburg
Abhandlungen
Zum Verhältnis von Genossenschaftslehre und Genossenschaftspraxis
Dr. Johannes Blome-Drees, Dr. Ingrid Schmale, Köln
Zusammenfassung
Ausschluss eines Genossen und Vertreteramt
Prof. Dr. Günter Christian Schwarz, Würzburg
Die Rolle der Genossenschaften bei der Auslagerung öffentlicher Dienste -
Das Beispiel Italien
Alberto Stenico/Dr. Oscar Kiesswetter, Bozen
Zusammenfassung
Wohnungsgenossenschaften - Eine Sektorenanalyse
Prof. Dr. Ulrich Teichmann/Dr. André Rasquin, Dortmund
Rechtsformänderung im Raiffeisen-Geldbereich von Niederösterreich
Prof. Dr. Wolfgang Werner, Klosterneuburg
Zusammenfassung
Die Entwicklung und Perspektiven der Volkskreditkassen in Vietnam
Dr. Axel Wolz, Halle
Zusammenfassung
Übersicht über die Rechtsprechung zum GenG des Jahres 2002
Ass. jur. Heike Förstner-Reichstein, Nürnberg
ZfgG - Aktuell
15. Internationale Genossenschaftswissenschaftliche Tagung 2004 in Münster -
Call for Papers
Prof. Dr. Theresia Theurl, Münster
Entwicklung der Konsumgenossenschaften und deren Verbände -
Anzeichen für einen Wandel im Verbandswesen?
Dipl.-Kfm. Heino Weller, Nürnberg
Georg Draheim - 100 Jahre
Prof. Dr. Eberhard Dülfer, Marburg
Buchbesprechungen
Graumann: Kostenrechnung und Kostenmanagement
(Dipl.-Kfm. Algner)
Grunwald/Grunwald: Bonitätsanalyse im Firmenkundengeschäft
(Dipl.-Kfm. Weller)
Münkner: Organisierte Selbsthilfe gegen soziale Ausgrenzung
(Prof. Dr. Kramer)
Peemöller/Popp/Kunowski: BilanzWert - Unternehmensbewertung am PC
(Prof. Dr. Großfeld)
Beiträge in wenigen Sätzen
Zum Verhältnis von Genossenschaftslehre und Genossenschaftspraxis
Dr. Johannes Blome-Drees, Dr. Ingrid Schmale, Köln
Die Genossenschaftslehre steckt in einer Krise, die in zwei verschiedene Richtungen verläuft: Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Genossenschaftspraxis einerseits von den genossenschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen abwendet und die Genossenschaftslehre andererseits nur noch für die eigene wissenschaftliche Gemeinschaft produziert und die Belange der Genossenschaftspraxis vernachlässigt. Mit anderen Worten: Die Genossenschaftslehre wie die Genossenschaftspraxis beschäftigten sich mit sich selbst. Die Krise besteht also in einem Auseinanderdriften von Genossenschaftslehre und Genossenschaftspraxis. Das Problem ist virulent, weil man auf der einen Seite für genossenschaftswissenschaftliche Forschungen den Anspruch der Praxisrelevanz erhebt, auf der anderen Seite aber feststellen muss, dass genossenschaftswissenschaftliche Erkenntnisse in der Genossenschaftspraxis oftmals keine Verwendung finden. Das Verhältnis von Genossenschaftslehre und Genossenschaftspraxis scheint daher ein Thema zu sein, mit dem man sich im Rahmen der Genossenschaftslehre näher beschäftigen sollte. Genau dieses Problem steht im Mittelpunkt der folgenden Ausführungen.
Die Rolle der Genossenschaften bei der Auslagerung öffentlicher Dienste -
Das Beispiel Italien
Alberto Stenico/Dr. Oscar Kiesswetter, Bozen
In Italien gehen bürgernahe Politiker, die um Qualität und Rentabilität der öffentlichen Dienstleistungen bemüht sind, immer öfter dazu über, die Leistungserbringung an Private Unternehmen zu übertragen. Die Region Trentino – Südtirol und ihre beiden autonomen Provinzen Trient und Bozen, die auf Grund ihres Sonderstatuts über eigenständige Gesetzgebungsbefugnisse in verschiedenen sozialen und wirtschaftlichen Belangen verfügen, haben auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle eingenommen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat die bisherige Stellung und die weiteren Aussichten der Genossenschaften bei der Übernahme ausgelagerter öffentlicher Dienste untersucht.
Rechtsformänderung im Raiffeisen-Geldbereich von Niederösterreich
Prof. Dr. Wolfgang Werner, Klosterneuburg
Vor rund zwei Jahren wurde in Österreich erstmalig bei einer genossenschaftlichen Landesbank eine Umstrukturierung durchgeführt, die eine klare Trennung zwischen den Bank- und den Beteiligungsaktivitäten bezweckte. Aus der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H. entstanden die zwei Unternehmungen Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H. und Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG.
Die Entwicklung und Perspektiven der Volkskreditkassen in Vietnam
Dr. Axel Wolz, Halle
Seit Juli 1993 wird in Vietnam ein Netz von Volkskreditkassen (VKK) aufgebaut, das auf dem Modell der Spar- und Kreditgenossenschaften basiert. Allerdings ist der Einfluss der Staatsbank extrem groß, so dass man von einer Finanzsystementwicklung sowohl "von oben" als auch "von unten" sprechen kann. Die bisherige Entwicklung kann man grob in drei Phasen einteilen. Nach einer ersten Phase der stürmischen Expansion (1993–1996) folgte eine Phase des vorsichtigen Wachstums (1996–1998). Seitdem befindet sich das System in einer Phase der Konsolidierung. Mehr als 40 lokalen VVK musste die Lizenz entzogen werden. Erst zum Ende des Jahres 2002 wurde eine Registrierung von neuen VVK vorgenommen. Der Artikel beschreibt die nationale Entwicklung sowie die Hauptmerkmale und Probleme des Systems.