Quartal 2 2002
Band 52 (2002) - Heft 2
Im laufenden Jahr wurde wieder ein Schwerpunktheft der ZfgG zusammengestellt. Die im Juni erscheinende Ausgabe widmet sich dem Thema
„Zukunft der Genossenschaftsbank“.
Die Kreditgenossenschaften stehen gegenwärtig vor besonderen strategischen Herausforderungen. Fusionen, Risikomanagement, wertorientierte Banksteuerung oder Personalmanagement sind hierbei nur einige aktuelle Themenbereiche. Zu diesen Aspekten konnten namhafte Autoren aus der Wissenschaft und dem FinanzVerbund gewonnen werden. Abgerundet wird das Schwerpunktheft durch ein Interview mit Dr. Brixner, Vorsitzender des Vorstandes der DZ Bank AG.
Was wir meinen
Risiken und Chancen der Kreditgenossenschaften
(Prof. Dr. Volker H. Peemöller, Nürnberg)
Abhandlungen
Teil eines Ganzen und doch individuell -
Der Schlüssel für die Zukunft der Volksbanken und Raiffeisenbanken
liegt in der zeitgemäßen Interpretation ihrer Grundideen
Dr. Christopher Pleister, Berlin
Zusammenfassung
Umfeldveränderungen in der Kreditwirtschaft
und die Auswirkungen auf Genossenschaftsbanken
Prof. Dr. Wolfgang Gerke, Nürnberg
Zusammenfassung
Interview
Die DZ Bank nach der Fusion
Volker H. Peemöller im Gespräch mit Ulrich Brixner (DZ Bank)
Sektorenanalyse
Zur Entwicklung deutscher Kreditgenossenschaften
Prof. Dr. Detlev Hummel/Holger Blisse, Berlin
Zusammenfassung
Abhandlungen
Personalmarketing als Zukunftsaufgabe des FinanzVerbundes
Dipl.-Betriebsw. Joachim Kehr, Neu-Isenburg
Zusammenfassung
VR-Control - Hintergründe, Ziele und Ergebnisse des Projektes
Prof. Dr. Jost W. Kramer, Wismar
Zusammenfassung
Fusionsstrategie und Zukunftssicherung der Bankgenossenschaften
Prof. Dr. Günther Ringle/Dipl.-Kfm. Frank Keebingate, Hamburg
Zusammenfassung
Integrationsmanagement im Rahmen von kreditgenossenschaftlichen Fusionen
Prof. Dr. Dirk Schiereck/Dipl.-Kfm. Christian Timmreck, Witten/Herdecke
Zusammenfassung
Buchbesprechungen
Baumgärtler: Neuere Anreize zur Erklärung der Mitgliederpartizipation in Kreditgenossenschaften
(Prof. Dr. Ringle)
Grichnik: Bankenverbände
(Prof. Dr. Purtschert)
Hammerschmidt: Wettbewerbsverzerrungen im Bankenmarkt
(Dr. Gabler)
Krahnen/Rudolph: Zukunft der Universalbank
(Dr. Finsterer)
Lanzerath: Kreditgenossenschaften und virtualisierte Märkte
(Dipl.-Kfm. Bolsinger)
Beiträge in wenigen Sätzen
Teil eines Ganzen und doch individuell - Der Schlüssel für die Zukunft der Volksbanken und Raiffeisenbanken liegt in der zeitgemäßen Interpretation ihrer Grundideen
Dr. Christopher Pleister, Berlin
Der gesamte Bankensektor befindet sich zur Zeit in einer Phase der Neuorientierung und –positionierung. Grund hierfür sind der entstehende globale Wettbewerb auf dem Markt für Finanzdienstleistungen, die zunehmende Bedeutung ortsunabhängiger Vertriebswege durch den informationstechnologischen Fortschritt sowie die wachsende Komplexität bank- und aufsichtsrechtlicher Regularien. Die genossenschaftliche Bankengruppe reagiert auf diese Herausforderungen mit einer Strategie der Kräftebündelung, die unter anderem ein Konzept für die Präsenz der Volksbanken und Raiffeisenbanken in ihren Marktgebieten, eine koordinierte Marktbearbeitung und eine gemeinsame Produktpalette beinhaltet. Ziel der strategischen Anstrengungen ist die Stärkung der selbständigen Bank vor Ort. Ihre Pfeiler sind die genossenschaftlichen Grundideen, die nicht nur für den wirtschaftlichen Erfolg der gesamten Gruppe garantieren, sondern im Zeitalter der Globalisierung auch eine außerordentliche gesellschaftliche Relevanz besitzen.
Umfeldveränderungen in der Kreditwirtschaft und die Auswirkungen auf Genossenschaftsbanken
Prof. Dr. Wolfgang Gerke, Nürnberg
Dieser Beitrag geht nach der Darstellung der Umfeldveränderungen in der Kreditwirtschaft der Frage nach, wie sich diese auf die Genossenschaftsbanken auswirken. Zum einen werden sich die Zentralinstitute einem zunehmenden nationalen und internationalen Wettbewerb sowie einem Trend zur Disintermediation stellen müssen. Zum anderen bietet der Rückzug vieler Mitbewerber aus der Fläche den Primärgenossenschaften Chancen. Bedeutend ist die Kombination einer aktiven Mitgliederpolitik vor Ort mit einer attraktiven Produkt- und Dienstleistungspalette.
Zur Entwicklung deutscher Kreditgenossenschaften
Prof. Dr. Detlev Hummel/Holger Blisse, Berlin
Bei den deutschen Kreditgenossenschaften werden die Kräfte gebündelt. Welche wesentlichen institutionellen Strukturen sind gegenwärtig erkennbar? Dieser Beitrag skizziert auf der Basis eines Rückblicks und aktueller Berichte die inneren Strukturen und weist hin auf das Spannungsverhältnis zwischen der genossenschaftlichen Vision mit ihren kooperativen Potenzialen und den wirtschaftlichen wie technologischen Herausforderungen der regionalen Bankenmärkte.
Personalmarketing als Zukunftsaufgabe des FinanzVerbundes
Dipl.-Betriebsw. Joachim Kehr, Neu-Isenburg
Die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter wird in zunehmendem Maße zu einem der bedeutendsten Erfolgsfaktoren der Genossenschaftsbank. Hierbei gilt es, sich mit einem durchdachten Konzept des Personalmarketings am Stellenmarkt zu behaupten. Durch die Verbund-Personalbörse www.vr-karriere.de wurde eine Kommunikations- und Kontaktplattform im Internet geschaffen. Dem FinanzVerbund bietet sich hierdurch die Chance, genossenschaftliche Synergieeffekte zu nutzen und Wettbewerbsvorteile zu realisieren.
VR-Control - Hintergründe, Ziele und Ergebnisse des Projektes
Prof. Dr. Jost W. Kramer, Wismar
Unter Federführung des BVR ist in den letzten zweieinhalb Jahren ein Projekt zum Risikocontrolling durchgeführt worden, dessen instrumentelle Schwerpunkte in den Bereichen der Marktpreisrisikorechnung, der Adressrisikorechnung und der Gesamtbanksteuerung liegen. Gleichzeitig ist aber auch eine veränderte Steuerungsphilosophie der Banken beabsichtigt, insbesondere beim Umgang mit Kreditrisiken. In diesem Beitrag sollen die Schwerpunkte von VR-Control vorgestellt, derzeit anstehende Probleme benannt und einige der zu erwartenden Auswirkungen skizziert werden.
Fusionsstrategie und Zukunftssicherung der Bankgenossenschaften
Prof. Dr. Günther Ringle/Dipl.-Kfm. Frank Keebingate, Hamburg
Bankgenossenschaften sind in auffallend hohem Maße an Fusionen beteiligt. Die im vergangenen Jahr verabschiedete Verbundstrategie „Bündelung der Kräfte“ sieht vor, innerhalb eines Jahrzehnts die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Da sich jede Genossenschaftsbank im Rahmen der Verbundstrategie zu positionieren hat, stellt sich die Frage nach den Chancen einer Stärkung der Zukunftsfähigkeit durch positive Fusionseffekte, aber auch nach den Risiken einer Verschmelzung. Im Mittelpunkt des Beitrages stehen Ansätze zur Förderung des Fusionserfolges und damit der Zukunftsfähigkeit von Bankgenossenschaften durch ein aktives Fusionsmanagement und die Unterstützungsfunktion der Genossenschaftsverbände.
Integrationsmanagement im Rahmen von kreditgenossenschaftlichen Fusionen
Prof. Dr. Dirk Schiereck/Dipl.-Kfm. Christian Timmreck, Witten/Herdecke
Studien belegen, dass eine große Anzahl von Fusionen häufig nicht zum gewünschten Erfolg führt. Unter Berücksichtigung des hohen Fusionsaufkommens und der strategisch wichtigen Bedeutung kommt die Frage auf, warum die Fusionen scheitern. Außerdem ist zu klären, ob Kreditgenossenschaften aufgrund ihres speziellen Förderauftrages und der Eigentümerstruktur mit zusätzlichen Fusionsproblemen rechnen müssen. Die Autoren konzentrieren sich bei der Betrachtung auf den Integrationsprozess und verbinden theoretische Konzepte mit empirischen Befunden zu einer Handlungsempfehlung für das praktische Integrationsmanagement für Kreditgenossenschaften.