Quartal 1 2000
Band 50 (2000) - Heft 2
An unsere Leser
"Die Zukunft der Genossenschaft in der Europäischen Union an der Schwelle zum 21. Jahrhundert" – XIV. Internationale Genossenschaftswissenschaftliche Tagung 5. bis 7. September 2000 in Nürnberg
Was wir meinen
Existenzgründung als genossenschaftliche Aufgabe
(Prof. Dr. Eberhard Dülfer, Marburg)
Sektorenanalyse
Die Betrachtung der Dienstleistungsgenossenschaften in Deutschland
Dipl.-Volksw. Bernhard Lorch, Nürnberg
Zusammenfassung
Abhandlungen
Das Konzept der Verbrauchergenossenschaft als Selbshilfeeinrichtungzur Sicherung der Grundversorgung im ländlichen Raum
Prof. Dr. Wolfgang Harbrecht, Nürnberg
Zusammenfassung
Überlegungen zur Rechtsformwahl eines Dienstleistungsunternehmens am Beispiel eines Instituts für Facility Management eG (GmbH)? – ein Praxisbericht
Dr. Martin Leinemann, Nürnberg
Zusammenfassung
Zur Aktualität der Genossenschaftsidee
Dipl.-Volksw. Michael Stappel, Frankfurt am Main
Zusammenfassung
Gründung und Umwandlung der eG im Spiegel des Rechts
Prof. Dr. Rolf Steding, Potsdam
Zusammenfassung
Prüfungswesen
Die Gründung von Genossenschaften aus der Sicht eines Prüfungsverbandes
Dipl.-Kffr. Elke Jansen, Hamburg
Zusammenfassung
Diskussionsforum
Der gemeinnützige Gedanke bei der Gründung von Genossenschaften
Prof. Dr. Werner W. Engelhardt, Köln / Dr. Wilhelm Jäger, Münster
Interview
Volker H. Peemöller im Gespräch mit Erhard Gschrey, Genossenschaftsverband Bayern
Buchbesprechungen
Beiträge in wenigen Sätzen
Die Betrachtung der Dienstleistungsgenossenschaften in Deutschland
Dipl.-Volksw. Bernhard Lorch
Die Zahl der als gewerbliche Dienstleistungsgenossenschaften einzustufenden Unternehmen ist klein im deutschen Genossenschaftswesen. Der Artikel definiert eine Abgrenzung zu anderen Genossenschaftstypen, gibt aufgrund einer aktuellen Erhebung eine Übersicht über Anzahl und Tätigkeitsbereiche der Dienstleistungsgenossenschaften und weist auf eine Vielzahl von Neugründungen hin, die sich durch innovative Ausgestaltung der Rechtsform der Genossenschaft für neue Tätigkeitsbereiche auszeichnen.
Das Konzept der Verbrauchergenossenschaft als Selbsthilfeeinrichtung zur Sicherung der Grundversorgung im ländlichen Raum
Prof. Dr. Wolfgang Harbrecht
Die Nahversorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum mit Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs führt bereits seit längerer Zeit zu zunehmenden Engpässen bei der Grundversorgung, insbesondere für ältere und weniger mobile Menschen. Die Erhaltung einer angemessenen öffentlichen und privaten Infrastruktur am Ort liegt zweifelsohne im Interesse aller Bürger einer Dorfgemeinde. Die Gründung von Verbrauchergenossenschaften als Selbsthilfeeinrichtungen löst hierbei nicht nur das Problem der Grundversorgung, sondern trägt auch nachhaltig zur Werterhaltung des Grundvermögens bei.
Überlegungen zur Rechtsformwahl eines Dienstleistungsunternehmens am Beispiel eines Instituts für Facility Management eG (GmbH?) – ein Praxisbericht –
Dr. Martin Leinemann
Unternehmen der Immobilienbranche, des Handwerks, Beratungsunternehmen sowie Privatpersonen aus dem Hochschulsektor sehen sich angesichts des stetig zunehmenden Wettbewerbs am Markt für Facility Management in Deutschland gezwungen, eine Kooperation anzustreben. Ziel eines zu gründenden Dienstleistungsunternehmens ist es, notwendige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten rund um das FM zu bündeln und die Ergebnisse den Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Die Überlegungen zur Rechtsformwahl schlossen die eG mit ein.
Zur Aktualität der Genossenschaftsidee
Dipl.-Volksw. Michael Stappel
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts leben wir in einer Zeit, die geprägt ist von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen. Auf der einen Seite haben sich durch fortschreitende Integration und Öffung der Märkte große Chancen und Vorteile ergeben, auf der anderen Seite jedoch resultiert hieraus aber auch eine globale Verschärfung des Wettbewerbs. Vor allem bisher staatliche Aufgaben werden zukünftig wieder mehr auf Einzelne bzw. gesellschaftliche Gruppen übertragen werden müssen. Die Idee der genossenschaftlichen Selbsthilfe ist daher gerade zu dieser Zeit hochaktuell. Durch die Gründung neuer Genossenschaften in den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern können Lösungen verschiedenster Probleme unserer Zeit erreicht werden.
Gründung und Umwandlung der eG im Spiegel des Rechts
Prof. Dr. Rolf Steding
Das Gesellschaftsrecht bietet im Bereich der Unternehmensgestaltung mannigfaltige Möglichkeiten, die von Personengesellschaften über Kapitalgesellschaften bis zur eingetragenen Genossenschaft reichen. Darüberhinaus bestehen mannigfaltige Möglichkeiten zur einzelwirtschaftlichen Gestaltung der gesellschaftsrechtlich verfassten Gebilde bis hin zur Typverformung und –vermischung. Die eG machen von allen Möglichkeiten regen Gebrauch und nutzen diese als Strategien zur Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen.
Die Gründung von Genossenschaften aus der Sicht eines Prüfungsverbandes
Dipl.-Kffr. Elke Jansen
Die Gründungsprüfung ist nicht als eine Schwelle anzusehen, die den Zugang zur genossenschaftlichen Rechtsform erschwert. Vielmehr ist sie die Vorstufe der später folgenden Pflichtprüfung nach § 53 GenG. Die Rechtsform der eG stößt in den Wirtschaftsbereichen Energie, Gesundheitswesen und Neue Medien ebenso auf zunehmendes Interesse wie sie eine Alternative zu den durch das alte Umwandlungsgesetz entstandenen wirtschaftlich tätigen Vereinen darstellt.